PH Wert durch Silikatfilter zu hoch

  • Hallo

    Ich habe jetzt seid 4 Monaten ein Meerwasseraquarium welches mit dem Technikbecken zusammen ca 610L hat. Ich hatte nach einiger Zeit sehr viele Kieselalgen und habe mich dan etwas weiter informiert und herausgefunden das es durch erhöhte Silikatwerte kommt. Ich habe dann mal mein Leitungswasser gemessen und der Wert war höher als ich es an der Skala ablesen kann. Och habe mir jetzt eine Osmoseanlage und einen Silikatfilter besorgt. Für die Osmoseanlage musste ich mir noch eine Pumpe bestellen da mein Leitungsdruck zu gering ist. Ich wollte dann wenigstens das Sillikat mit Hilfe von dem Filter raus holen und das hat soweit auch Funktioniert. Der Silikatwert ging dann gegen Null aber PH Wert war bei über 9 obwohl das Leitungswasser einen Wert von ca 5 hat. Meine Frage ist ob jemand das auch hat, dass der Silikatfilter den PH Wert so weit erhöht und wenn ja was ihr dann macht. Ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Erfahrungen und eventuelle Lösungen mitteilt.

    LG Daniel

  • Hallo Daniel,


    die Wasserwerke fügen teilweise sogar noch Silikat und Phosphat dem Wasser hinzu, um die Leitungen vor Rost zu schützen. Von daher hat Leitungswasser oft eine für die Meerwasser-Aquaristik zu hohe Silikat- und Phosphatbelastung.

    Es ist nicht selten, dass Silikat und Phosphat im Milligrammbereich nachweisbar sind. Auch Nitrat ist oft recht hoch. Eine eigene Osmoseanlage ist deshalb auch sehr empfehlenswert.


    Im Allgemeinen wird von der Osmoseanlage nur ein Teil des Silikats zurückgehalten und der Rest dann vom nachgeschalteten Phosphatadsorber entfernt. Was mich jetzt erstaunt ist die deutliche Erhöhung des pH-Werts. Kann es sein, dass das Harz unsachgemäß aufbereitet wurde und vielleicht Reste der Base noch enthalten waren? Das wäre die einzige Erklärung dafür, denn normal ist dies nicht.


    Bitte überprüfe auch den pH-Test noch einmal, ob dies wirklich sein kann, denn auch einen pH-Wert von 5 als Trinkwasser finde ich etwas außerhalb des normalen Rahmens. Was für einen pH-Test verwendest Du?

  • Erst mal danke für die schnelle Antwort.

    Der Silikatfilter war neu und

    einsatzbereit. Ich habe ihn wie in der Anleitung erst gespült und dann in Betrieb genommen. Anfangs war die Durchflussgeschwindigkeit etwas hoch aber das auch nur für ca 1L. Dann nur ganz langsam. Ich habe auch einen neuen als Ersatz bekommen. Bevor ich das jetzt noch mal probiere wollte ich mal fragen ob das normal ist oder eher nicht. Wenn das nicht normal ist, dann probiere ich es nochmal aus und berichte noch mal wie es funktioniert hat. Ich habe den 7.4-9.0 ph test von JBL.

    LG

  • Hallo Daniel,


    wie genau hast Du den Silikatfilter angeschlossen? Er müsste in der Kette der dritte sein, eventuell der zweite.

    Zuerst die Osmoseanlage, danach geht das Reinwasser der Osmose dann in den Mischbettharzfilter, danach dann in den Silikatfilter. Wenn kein Mischbettharzfilter vorhanden ist kann es auch direkt aus der Osmose in den Silikatfilter gehen. Von daher wundert mich etwas, dass es am Anfang sehr schnell und dann langsam ging. Langsam durch den Harzfilter ist definitiv die richtige Methode.


    Die meisten erübrigen sich einen speziellen Silikatfilter, da der Mischbettharzfilter auch das Silikat gut bindet. Ohnehin würde der Silikatfilter auch Phospaht adsorbieren, ist aber deutlich teurer. Wenn Du z.B. das Wasser direkt in den Silikatfilter leiten würdest ohne Osmose vorher wäre das Harz im Nu erschöpft.


    Bei Mischbettharz wird im Allgemeinen etwa eine Bindekapazität von 1500 Härtegraden pro Liter maximal angenommen. Wenn Dein Leitungswasser z.B. einen Härtegrad von 15 hat, dann würde der Mischbettfilter höchstens 100l erzeugen können, bevor er erschöpft ist. Wenn die Osmose aber bereits 95 Prozent zurückhält, dann wird auch die Kapazität des hintergeschalteten Harzfilters deutlich gesteigert, und das Harz ist nun mal recht teuer.

  • Hallo Flipper

    Ich hatte den Silikatfilter vor der Osmoseanlage. Das wird das Problem gewesen sein. Ich habe gedacht, dass der Silikatfilter und ein Michbettharzfilter das selbe sind. Ich habe mir auch noch ein Harz bestellt um in den Filter zu füllen wenn dieser erschöpft ist. Aber so wie du das sagst, hört das sehr plausibel an. Ich habe jetzt alles da. Ich habe mir auch noch eine Druckerhöhungspumpe bestellt da mein Wasserdruck nur knapp 3,2 Bar erreicht. Ich werde das gleich alles zusammen Bauen. Die Pumpe dann die Osmoseanlage und danach den Sillikatfilter.

  • Wenn Du mit der Pumpe den Druck erhöhst, dann erhöht sich die Effizienz der Osmoseanlage, das ist also auf jeden Fall sinnvoll. Nach der Osmose sollten etwa 95 Prozent der Ionen aus dem Reinwasser entfernt sein, der Harzfilter muss sich dann nur noch mit dem kleinen Rest befassen und hält dann auch deutlich länger.


    Viele verwenden zur Überwachung der Bindeleistung ein günstiges TDS-Meter mit mehreren Messstellen, eines nach der Osmose und eines nach dem Harzfilter. Es gibt inzwischen auch welche mit drei Messstellen um entweder noch zusätzlich das Leitungswasser oder einen zusätzlichen Silikatfilter oder weiteren Mischbettharzfilter zu kontrollieren.


    Es sind meist billige Messketten, welche gerade im niedrigen Bereich oft nicht sehr genau sind, aber es reicht, um die Erschöpfung des Harzes kontrollieren zu können.

    Die vorhandene Harzfüllung dürfte bereits erschöpft sein, wenn Du nur 100l aufbereitet hast.

  • Das Harz hat etwa 1500 Härtegrade pro Liter. Wenn das eine Literpatrone ist (was ich vermute) und das Leitungwasser etwa 15 Härtegrade hat, dann ist nach 100l Schicht im Schacht. Mein Wasser ist sogar noch härter. Die meisten Wasserwerke veröffentlichen die Analyse im Netz.


    Ein TDS-Meter misst die Leitfähigkeit des Wassers. Je höher desto mehr Ionen im Wasser.