Reaktor zur Co2 Reduzierung an der Abschäumer-Ansaugung

  • Ich habe es bisher nicht im Einsatz, die Berichte waren aber durchaus positiv. Gerade, wo es jetzt auf die kalte Jahreszeit zu geht und weniger gelüftet wird, ist so etwas eine nette kleine Optimierung.


    Im Prinzip ist das nur ein Behälter, der mit Atemkalk gefüllt ist und dadurch das CO2 in der Ansaugluft des Abschäumers bindet. Je stärker der Abschäumer, insbesondere je mehr Luft der Abschäumr durchzieht, desto schneller wird der Kalk verbraucht. Bei einen dicken Abschäumer geht das ziemlich fix.

    Mein Bubble King z.B. zieht etwa 1500l Luft pro Stunde durch. Diese Luft enthält etwa 0,04 Prozent Kohlendioxid, wenn gut gelüftet wird.

    Der BK zieht in dieser Zeit also 0,6 Liter CO2 durch, was durch den Kalk gebunden wird. Die Bindekapazität des Atemkalks ist etwa 15 Liter pro 100g Kalk. Für meinen Abschäumer würde also pro Tag etwa 100g verbraucht, pro Monat also etwa drei Kilo.

    Günstige Angebote bieten den Atemkalk etwa für 4 Euro pro Kilo an, das wären für den Monat also etwa 12 Euro an laufenden Kosten, wenn der Kalk gut genutzt wird.


    Was bekommt man nun dafür abgesehen von Kosten und noch mehr Krempel für's Aquarium?

    Die pH-Wertschwankungen werden reduziert beim Tag-/Nachtrhythmus im Aquarium und der pH-Wert insgesamt etwas angehoben. Kohlendioxid löst sich im Wasser und wird zur schwachen Kohlensäure, welche den pH-Wert senkt.

    Tagsüber betreiben viele Algen, Bakterien und Korallen Fotosynthese, dabei wird Sauerstoff freigegeben und Kohlendioxid verbraucht, mit der Abnahme der Kohlensäure im Wasser steigt auch während der Beleuchtungsphase der pH-Wert an, bis er zum Ende der Beleuchtungsphase sein Maximum erreicht.

    Nach der Beleuchtungsphase findet keine Fotosynthese mehr statt und all die Tiere und Algen, die vorher Kohlendioxid verbraucht haben, benötigen jetzt Sauerstoff aus dem Wasser und atmen Kohlendioxid aus.


    Dies ist der Grund, warum das Algenrefugium seine Beleuchtungsphase in der Nacht haben soll, um den Effekt der pH-Schwankung und des Sauerstoffverbrauchs zu lindern. Wer jedoch einmal die Leistung der Beckenbeleuchtung mit der des Refugiums vergleicht wird schnell sehen, dass dort meist Dimensionen dazwischen liegen, genauso wie im Volumen von Becken und Refugium.


    Der Abschäumer hilft beim Gasaustausch zwischen Wasser und Luft, da die vielen kleinen Luftblasen zusammengenommen eine enorme Oberfläche bilden, die weit größer ist als die Oberfläche des Aquariums. Er zieht aber zusammen mit dem Sauerstoff der Luft auch das dort vorhandene Kohlendioxid mit herein. Hier greift der Atemkalk an und entzieht der Luft, die zum Abschäumer geht, das Kohlendioxid.


    Je größer die Biomasse im Aquarium, desto mehr macht sich dieser Tag-/Nachtzyklus beim pH-Wert bemerkbar.


    Ob dies ein Problem ist, welches nach Lösung ruft sollte jeder für sich selbst an seinem eigenen Becken messen, insbesondere den Unterschied zwischen morgens vor dem Start der Beleuchtungsphase und abends vor Ende der Beleuchtungsphase. Wenn der pH-Wert starke Schwankungen hat (mehr als 1,5) würde ich das mit dem Atemkalk alsprobieren. Schlielich ist das eine ziemlich einfache Möglichkeit für den Test, der nicht so viel kostet. Eine Röhre mit Atemkalk, die vorne und hinten einen groben Schwamm haben zum Halten des Kalkgranulats und ein Schlauch zur Ansaugung des Abschäumers mit einem Liter Atemkalk für den Test. Das sollte man für etwa 50 Euro zusammenbekommen.

  • das ist wie gewohnt sehr ausfürlich von dir, danke dafür :)

    Ich bin am überlegen so einen "Luftfilter" zu nutzen. Zu letzt hatte ich schwankungen um 0,2 (7,8-8) werde dies aber mal aktualisieren. Und der ph wert wäre ja bei 8,2 oder 8,3 besser nech?!

    Mein Wohnzimmer ist dich recht klein. Die Luft wird schnell verbraucht, da wird der Einsatz sicher nicht verkehrt sein

  • So eine kleine Schwankung ist fast im Rahmen der Messgenauigkeit, da würde ich gar nicht viel machen. Es gibt Leute die sind morgens unter 7 beim pH-Wert und abends dann über 8. Da würde ich solche Maßnahmen treffen, aber bei so geringer Schwankung sehe ich wirklich keine Notwendigkeit.