DIY für 85 x 40 x50cm SPS Becken

  • So,


    nach langem hin und her habe ich mich doch entschlossen eine eigene Lampe zu bauen. Hatte das zuletzt vor ca. 8 Jahren mal für ein Nano gemacht, daher würde ich hier noch mal um Rat bitten ob die Konfig so passt.


    Auszuleuchten ist ein Becken mit

    - 85 x 40 x 50 cm

    - geplfegt werden sollen SPS

    - Aktuell Beleuchte ich mit ca. 130 Watt Weller-LED Leisten https://wellerled.com/epages/1…ories/Stripes_wasserdicht

    - Kaltweiß / Royalblau / Spezialblau / Warw/Tagweis

    - das Becken steht erst seit ca 2.5 Monaten



    Meine Idee

    - die übliche Kontruktion aus 40x20 AluProfil

    - Bluetwiled/Cooltwiled Controller

    - da Lampe soll direkt auf meinem Rahmen des Beckens aufliegen, ist somit ca. 8cm von der Wasseroberfläche entfernt

    - Abessungen 85x25cm

    - das Becken ist nur von vorne uns Links einsehbar



    Bestückung: ( ca. 150 Watt)


    Kanal Farbe LED Anzahl Stromstärke
    1 Weiß XM-L2 U4 6x 1000ma
    2 Weiß XM-L2 U4 6x 1000ma
    3 Weiß XM-L2 U4 6x 1000ma
    4 Blau XP-E2 M3 6x 600mA
    5 Blau XP-E2 M3 6x 600mA
    6 Blau XP-E2 M3 6x 600mA
    7 Royalblau XP-G3 R5 6x 800mA
    8 Royalblau XP-G3 R5 6x 800mA
    9 UV 410nm + 430nm 2x6
    500mA
    10 Cyan 495nm 6x 500mA
    11 rot Rot XP-E2 Rot
    XP-E photored
    2x4 350mA
    12 ????



    Was meint ihr?

    Ideen für Kanal 12 ( gelb/grün/Infrarot)


    Grüße

    Tobi

  • Hallo Tobi,


    ich muss mal ein ganz dickes Lob aussprechen! Es ist klasse, wie schön Du die Details zusammengeschrieben und direkt noch mit 3D-Zeichnung zur Visualisierung ergänzt hast. Das spart mindestens 4 Nachfragen und Du hast einen Eumel bei mir gut!


    Grundsätzlich passt die Lampe schon ganz gut, ich würde aber vor dem Start des Bestellens und Lampenbaus noch ein paar Punkte zur Handhabung abklären:

    Einer der wichtigsten davon ist die Frage, was im heißen Sommer bei der Temperatur passieren wird. Wenn das Zimmer nicht klimatisiert ist, dann kann die Temperatur im Zimmer während einer Hitzewelle schnell 26-27 °C erreichen. Die Wassertemperatur ist dann meist noch ein paar Grad höher und geht schnell in kritische Bereiche. Eis reinwerfen kannst Du kaum so viel, dass es effektiv wäre. Für mein 800l-Becken hatte ich mal ausgerechnet, dass es um die 20kg Eis benötigen würde, um die Beckentemperatur von 28°C auf 25C° runter zu bekommen.


    Meistens verwendet man Ventilatoren, um über Verdunstungskälte die Temperatur im Becken zu senken.


    Wenn die Lampe jetzt einfach so aufliegt, wie würdest Du das Problem lösen? Der Abstand von 8cm zur Wasseroberfläche ist völlig in Ordnung.


    Bei den Dimensionen der Lampe finde ich die 25cm sehr schmal, das würde ich auf 35cm aufstocken, da 2cm rechts und Links wegen dem Profil eh wegfallen, bleibt dann ohnehin nur 31cm netto zum Bestücken mit LEDs übrig. Bei der Anzahl LEDs wirst Du noch froh sein, wenn etwas mehr Platz zur Bestückung vorhanden ist.


    Irgendwie muss es auch noch ein Konzept geben, die Lampe aufzubocken oder nach hinten wegzuschieben, um im Becken arbeiten zu können, ohne dass die Lampe zur Seite runterfällt..


    Die Leistung der Lampe kann auch ruhig noch etwas gesenkt werden, sonst wird die Lampe viel zu stark. Oder planst Du eventuell ein größeres Becken?

  • Danke Mal für die Rückmeldung.


    Also zum Thema Platz um im Becken zu arbeiten:

    Da würde ich die Lampe ganz nach hinten schieben, bzw komplett runter nehmen. Das Handhabe ich momentan mit den Leisten auch so



    Temperatur im Sommer:

    OK guter Einwand. Evtl doch noch irgendwie 5-10cm hoch bringen um eine Lüfter-Batterie anbringen zu können.

    Seil von der Decke will ich eigentlich nicht da ich nicht so Recht weiß wie ich ohne das Becken zu verrücken die Löcher in die Decke bringe.



    Leistung;

    Wie viel würdeest du denn reduzieren?

  • Mit den Löchern in der Decke hätte ich keine Probleme, einfach ein Lot nehmen und die Position anzeichnen und dann bohren. Nur das Becken würde ich vorher etwas abdecken, damit der Dreck dort nicht reinfällt. Oder hast Du eine Stahlbetondecke, wo Du Dich richtig reinstemmen musst?

    Bei mir sind nur die Pappe Trockenbau-Wände und Decken, wo man fast mit dem Finger schon ein Loch popeln kann.


    Bei der Leistung muss ich mir das noch einmal genau durchrechnen. Vor allem würde ich etwas die Ströme für die weißen und royalblauen Kanäle reduzieren, für so ein Becken muss die Lampe mit einem 200 Watt Netzteil hinkommen. Selbst dann wirst Du die Leistung noch runterdimmen.

  • Ja geht eher in die Richtung Stahlbetondecke - aber ich habe noch mal geschaut , ich komme halbwegs hin. Könnte also doch ne Aufhängung nehmen.

    Welche Stahlseilaufhängung verwendet ihr als? Gibts das auch in Höhenverstellbar?


    Zur Leistung:

    In Meiner aktuellen Konfig wären es ca. 150Watt wenn ich mich nicht vertan habe.

  • Je nach Gewicht der Lampe gibt es Möglichkeiten, die Aufhängung höhenverstellbar zu machen. Dafür darf die Lampe aber nicht zu schwer werden. Bei meiner großen Lampe werde ich einen Rolladenmotor zum Verstellen nehmen.


    In Deiner LED-Konfig gibt es einen kleinen Fehler: beim UV-Kanal hast Du eine Parallelschaltung von 2 UV-Kanälen veranschlagt, aber beim Strom nur 500mA gesetzt. Da der Strom sich dort aufteilt wären das pro Kanal nur noch 250mA. Ich empfehle auch nicht, den Strom höher zu setzen als die Maximalbestromung der LED. Sollte ein Strang ausfallen muss der übrige Strang den vollen Strom verkraften können ohne direkt mit auszufallen.


    Deshalb würde ich entweder den einen UV-Kanal auf Kanal 12 setzen oder bei den Strom auf 700mA setzen (2 x 350mA). Wenn Du an vernünftige Epiled-LEDs kommen kannst, die mehr Strom vertragen kannst Du den UV-Kanal auch auf 1000mA setzen (2 x 500mA).

  • Bin gerade erst wieder gekommen und muss mir das heute abend anschauen. Wenn die LEDs nur maximal 700mA vertragen würde ich den Kanal nicht mit 1000mA konfigurieren. Sollte ein Strang ausfallen würde der verbliebene nämlich weit außerhalb seiner maximal erlaubten Stromstärke betrieben und die LEDs eventuell zerstören, auf jeden Fall aber die Lebenszeit der LEDs stark verkürzen.

  • Ich bin jetzt endlich dazu gekommen, die Konfig noch einmal zu überarbeiten.


    Hier meine Empfehlung:

    Kanal Farbe LED Anzahl LEDs pro Kanal
    Stromstärke
    A weiß Cree XM-L2 U2 oder Cree XP-G3 kaltweiß
    6 700
    B weiß Cree XM-L2 U2 oder Cree XP-G3 kaltweiß 6 700
    C weiß Cree XM-L2 U2 oder Cree XP-G3 kaltweiß 6 700
    D blau Cree XP-E2 M3 6 500
    E blau Cree XP-E2 M3
    6 500
    F blau Cree XP-E2 M3 6 500
    G royalblau Cree XP-G3
    6 700
    H royalblau Cree XP-G3 6 700
    I violett Ledgroupbuy 430nm oder Epiled 420nm
    6 500
    J violett Ledgroupbuy 410nm oder Epiled 410-395nm
    6 500
    K rot + tiefrot
    Cree XP-E2 P4 + Cree XP-E photored
    4+4 350
    L cyan Ledgroupbuy 495nm oder vergleichbare um 490-500nm
    6 500


    Damit bekommst Du genug Leistung um ein SPS-Becken zu betreiben ohne zu viel überflüssige Leistung über dem Becken zu setzen aber mit genügend Spielraum, um das Licht an persönliche Vorlieben anzupassen.

  • Fast, ich habe royalblau und blau etwas reduziert, weiß deutlich reduziert, UV, Cyan gleich, aber UV dann auf zwei Kanäle, damit ist der Controller voll. Solltest Du eine spätere Erweiterung für möglich halten kannst Du die Stromstärke überall um 100mA hochsetzen, mehr würde ich da nicht ändern.


    Mache die Lampe ruhig so breit wie irgend möglich, da das Becken ohnehin mehr Höhe als Tiefe hat und die Korallen gerne das Licht von allen Seiten haben möchten.

  • Ja klasse - vielen Dank dir schon mal. Nach dem Urlaub werde ich dann denk ich loslegen - ich berichte hier gerne weiter.

    Die ersten LEDs aus dem Daytrade sind schon eingetrudelt.....


    Am überlegen bin ich noch ob ich zwei rote LED durch Infrarot (850nm) ersetze und zwei UVs noch durch 385nm UVs - sind ja auch in den neuern Lampen oft verbaut.


    Zwei allgemeine Fragen zur Konstruktion habe ich aber noch


    1.) Die meisten haben ja eine 4mm oder 5mm Alu-Platte verwendet? Haben das alle gemacht da es gut in die Nut passt? Denn von meinem Verständnis her dürfte die Dicke der Platte Zwecks der Wärmeableitung ja keinen Unterschied machen - hier zählt die Oberfläche die "belüftet" wird. Da könnte man doch als auch eine 2,5 oder 3mm Platte nehmen. Wäre deutlich günstiger und auch deutlich leichter.


    2.) Spricht etwas gegen die Wärmeleit-Klebepads? Wäre deutlich angenehmer im Handling als die 2-K Kleber...

  • Du kannst gerne etwas UV durch 395nm (385nm ist schon etwas zu tief) ersetzen, das ist kein Problem. Die meisten Glas- und Plexiglas-Sorten enthalten Additive, welche UV-Strahlen blocken. Dies geschieht meist ab 380nm, zu tiefe UV-Strahlung erreicht deshalb die Korallen nicht mehr.


    Die Infrarot würde ich nicht einbauen, das ist schlicht und ergreifend Wärmestrahlung, welche die LEDs da abgeben.


    Bei der Dicke der Platte gibt es mehrere Aspekte zu beurteilen:

    • Je dicker desto schwerer und teurer die Platte, das ist richtig
    • die Wärmeableitung erfolgt über die Oberfläche der der Platte, auch richtig, hier kann man deutlich effizienter bauen, wenn man auch die LED-Seite kühlt über die richtige Luftführung, nicht nur die Rückseite
    • je dünner die Platte, desto kleiner die Wärmekapazität, desto schneller wird ein Ausfall der Lüfter die LEDs sterben lassen
    • wenn die Platte zu dünn wird, dann kommen auch Probleme mit Durchbiegung der Platte hinzu. Das ist der Fall bei einer 3mm Platte. In einem Workshop hatte ich das direkt gesehen: auf einer 3mm Platte musste eine LED noch einmal gelöst werden, weil sie an der falschen Stelle angeklebt war. Beim Lösen sprangen aber auch ein paar andere LEDs ab, da die Platte sich etwas durchbog. Das kann auch bei etwas ruckartiger Handhabung der Lampe passieren. Eine LED, die sich von der Platte löst, stirbt innerhalb weniger Minuten, so schnell kann man kaum reagieren, wenn man die Lampe nicht direkt abschaltet.

    Ergebnis dieser Optimierungsaufgabe ist: eine 4mm Platte bietet die beste Mischung aus Stabilität, ausreichender Wärmekapazität, Preis und Gewicht.


    Ordentliche Wärmeleitpads funktionieren durchaus gut und haben bei einer Lampe von mir auch fünf Jahre gut funktioniert, die Lampe ist auch jetzt noch einsatzfähig. Nachteil ist, dass sie nicht so schön aussehen, verglichen mit Wärmeleitkleber sehr teuer sind und für größere Leistungen nicht verwendet werden sollen. Für mehr als 2W Leistung würde ich sie schon nicht mehr empfehlen, also alle LEDs mit mehr als 700mA.


    Ich bin mit den Wärmeleitklebern eigentlich immer gut durchgekommen. Einen Plan aufzeichnen, wo welche LEDs verbaut werden, auf den Rand der Platte auf Malerkrepp Hilfsmarkierungen zur Orientierung zeichnen und die LEDs richtig orientiert bereit legen, dann klappt das prima. Immer nur genügend Kleber anmischen für maximal zwei Kanäle, die innerhalb von etwa 2-3 Minuten aufgeklebt werden und den Kleber immer schön dünn auf die LED anbringen.