Pinzettfisch und Nitratmangel

  • Hallo zusammen


    Ich habe eine allgemeine Frage zum Pinzettfisch. Bekanntlich kann es sehr schwierig sein, diesen ans Futter zu kriegen. Ist es eine Überlegung wert, falls er nach 2-3 Tage nach einsetzen kein frostfutter frisst, ihn ins Algenrefugium zu setzen, damit er zumindest viel Lebendfutter vorfindet? Oder macht das keinen Sinn. Es kommt ja anscheinend auch vor, dass er beim händler frisst und im eigenen Becken dann nicht.


    Bis jetzt habe ich keinen im Becken, aber spiele mit dem Gedanken mir einen zuzulegen.


    Vielen Dank für die Antworten

    Grüsse Toni

  • Hallo Toni,


    lasse Dir vom Händler zeigen, dass er an Frostfutter geht und nimm genau das Frostfutter (neben anderen Sorten) mit. Damit bekommt der Fisch zumindest das gewohnte Futter und Du hast gesehen, dass er an sich schon Frostfutter nimmt.


    Es hat wahrscheinlich nicht viel Erfolg, wenn der Fisch im Aquarium nicht frisst, ihn ins Refugium zu stecken. Bereite Dich lieber darauf vor, dass er in Spalten, Ritzen und Löchern stöbern will und dort nach Futter sucht. Oft ist es am Anfang so, dass er das Futter nicht aus der Wassersäule nimmt, weil dies nicht seinem normalen Leben entspricht.


    Da kannst Du es nur mit Lebendfutter wie Artemia oder auch lebende Rote Müchenlarven versuchen oder z.B. Muschelfleisch in den Schalen noch. Solltest Du Röhrenwürmer haben, sind diese hübschen kleien Filtrierer in wenigen Tagen Geschichte.


    Auch andere Würmer bis hin zu kleinen Schnecken stehen auf der Speiseliste, wie ich bei meinem früher gesehen hatte.

  • Viele Dank Flipper für die Antwort.

    bezüglich Lebendfutter: Z.B. artemia, kann ich das einfach mit einem Sieb aus dem plastikbeutel nehmen und ins becken kippen? auf die Menge muss ja nicht so geachtet werden, da es ja nicht verfault, oder? schon klar, dass ich nicht kiloweise reinschütte.

  • Teilweise, eigentlich eher meistens hat das Lebendfutter eine recht schlechte Qualität. Darunter verstehe ich, dass der Nährwert sehr gering ist. Darum wird Lebendfutter Artemia gerne angereichert mit gutem Futter, sonst leiden die Fische schnell an Mangelerscheinungen.


    Die Menge an Lebendfutter sollte schon daran angepasst werden, was in wenigen Minuten gefressen wird. Lange halten sich Artemia nicht im Aquarium mit der hohen Salinität. Der Rest ist für die Würmer und Schnecken.


    Chelmons sind langsame Fresser und gewöhnen sich schlecht daran, mit den flinkeren Fischen um das Futter zu kämpfen. Dann kannst Du nämlich in der Eingewöhnungszeit wirklich nur mit großen Mengen arbeiten, was recht teuer ist. Bitte nicht das Tütenwasser ins Becken kippen, das führt schnell zu schlechten Wasserwerten.

  • Noch eine weitere Frage (habe deshalb das Thema angepasst):


    Ich wollte wissen, wie ihr das beurteilt. Ich bin mit meinem Korallenwachstum grundsätzlich sehr zufrieden (vorallem ein SPS im Becken).

    Ich habe folgende Werte:

    KH: 7.4

    Calzium: 432

    Salinität: 34.5

    Phosphat: 0.03-0.05

    Magnesium: 1390

    PH: 8.2


    Getestet wurde mit dem Hannachecker bzw. Salifert und mit der Referenzlösung von FaunaMarin nachgeprüft. Auch wurde vor etwa 5 Wochen eine ICP Analyse bei Triton gemacht, welche die Werte bestätigten (war alles grün, das 1. Mal ;-).

    Nun zu meinem Anliegen: Leider ist bei mir immer der Nitratwert auf 0 bzw. nicht nachweisbar (Test von Salifert habe ich mit der Referenzlösung getestet und da funktionierte es). Wie erwähnt sehen die meisten Korallen sehr gut aus, ausser meine beiden Euphyllias. Sie machen zwar auf, aber sind nicht mehr so kräftig und farbig wie am Anfang nach dem Kauf. Ich habe jetzt seit 2 Wochen leicht mehr gefüttert (und regelmässig den Phosphatwert getestet) ich möchte aber nicht meinen Phosphatwert erhöhen.


    Könnte es am "zu sauberem" Wasser liegen? Bekanntlich brauchen LPS etwas mehr Phosphat und Nitrat. Was für Möglichkeiten gibt es, um den Nitratwert zu erhöhen? Evtl. den Abschäumer über Nacht ausmachen?

    Ich fahre die Tritonmethode, also auch mit Phosphatabsorber (allerdings weniger als die empfohlene Menge), Kohle und Algenrefugium.


    Vielen Dank für die Antworten.


    Gruss

    Toni

  • Das allerwichtigste bei solchen Problemen ist immer, das Umfeld nicht aus den Augen zu verlieren. In diesem Fall ist es, sich nicht auf den nicht messbaren Nitratwert zu verbeissen, sondern auch schauen, ob es eventuell andere Ursachen haben kann, dass die Euphies sich nicht wohlfühlen.


    Euphyllias mit den langen Tentakeln sind sehr empfindlich, was die Strömung angeht, lieber etwas weniger als zu viel Strömung. Reduziere auch ruhig etwas die Aktivkohle, diese zieht oft mehr Stoffe aus dem Wasser als gewünscht, gerade die Spurenelemente und kleinen organischen Bestandteile.


    Eine weiter Möglichkeit wäre die Fütterung: versuche ruhig, die Euphyllia direkt mit etwas Frostfutter zu füttern. Solange keine wilden Garnelen die armen Euphyllia direkt auseinanderwühlen auf der Jagd nach dem Frostfutter sollte das funktionieren.


    Solange die Korallen gut wachsen würde ich nicht viel an den Nitratwerten drehen. Lieber ab und zu etwas Staubfutter und beobachten.